Der Deutsche Buchpreis 2026 wurde am 5. Oktober 2026 an Shida Bazyar für ihren Roman Die Lücken verliehen. Mit der Auszeichnung ehrt die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres. Die Preisverleihung fand traditionell zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse statt. (deutscher-buchpreis.de)
Bazyars Roman führt in die fiktive Gemeinde Heimesbach im Hunsrück. Über neunzig Jahre deutscher Geschichte werden anhand verschiedener Familien und Generationen erzählt. Der Text beschäftigt sich mit jüdischer Verfolgung, nationalsozialistischen Verbrechen, verdrängter Vergangenheit und den Erfahrungen von Menschen, die Jahrzehnte später aus dem Iran nach Deutschland fliehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, worauf Heimat gegründet ist und wie eine Gesellschaft mit ihrer Geschichte umgeht. (deutscher-buchpreis.de)
Die Jury würdigte besonders die Verbindung von erfundenen und historischen Figuren sowie die vielstimmige Erzählweise des Romans. Die Lücken zeige, wie Vergangenheit in der Gegenwart fortwirkt und wie schwierig ein wirklicher Neuanfang sein kann. Zugleich sei das Buch ein literarischer Appell gegen Gleichgültigkeit. (deutscher-buchpreis.de)
Auf der Shortlist standen außerdem Orca von Franziska Gänsler, Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle von Valeria Gordeev, Schleifen von Elias Hirschl, Selbstregulierung des Herzens von Peggy Mädler sowie Anton und Almavon Dana Vowinckel. Die siebenköpfige Jury hatte zuvor 205 eingereichte Romane geprüft und daraus zunächst eine Longlist mit 20 Titeln zusammengestellt. (deutscher-buchpreis.de)
Der Deutsche Buchpreis 2026 zeigt damit erneut, wie vielfältig die deutschsprachige Gegenwartsliteratur ist. Die ausgezeichnete Autorin verbindet persönliche und historische Perspektiven mit einer gesellschaftlich wichtigen Frage: Wie kann Erinnerung dazu beitragen, Gegenwart und Zukunft gerechter zu gestalten?